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14.04.2010
Uwe Brockmann
Kuhabgänge reduzieren!
Holstein
Beeinträchtigungen der Gesundheit und Fruchtbarkeitsstörungen begrenzen die Nutzungsdauer und die Lebensleistung der Milchkühe. Die Folge sind hohe Remontierungskosten und fehlender wirtschaftlicher Erfolg.

Die biologische Leistungsbereitschaft der Milchkühe ist zum Laktationsbeginn besonders hoch. Sie ist jedoch nicht ausreichend mit dem erforderlichen Anstieg der Futteraufnahme gekoppelt. Darin unterscheidet sich die Milchkuh nicht grundsätzlich von anderen Säugern.


Kuhabgänge im ersten Laktationsdrittel sind deshalb überwiegend krankheitsbedingt und es lohnt sich, die Ursachen zu analysieren und abzustellen.
Die hormonelle Regulation des Stoffwechsels der Milchkühe ist dafür verantwortlich, dass nach dem Einsetzen der Laktation die Milchdrüse auf Kosten anderer Organe bevorzugt mit Nährstoffen versorgt wird. Wenn aber die aufgenommene Energie- und Nährstoffmenge mit der abgegebenen nicht in einem physiologisch verkraftbaren Verhältnis steht, dann steigt das gesundheitliche Risiko und Fruchtbarkeitsstörungen nehmen zu.
Energetisch stark unterversorgte Kühe sind metabolischen Belastungen und infektiösen Risiken ausgesetzt. Kommen ungünstige Bedingungen durch Haltung, Ernährung, Tierbetreuung und Klima dazu, dann können schwere Erkrankungen entstehen.

Wichtige krankheitsauslösende Faktoren sind:

- Mangelhafte Klauenpflege
- Überkonditionierung am Laktationsende
- Intensive Ernährung in der ersten Trockenstehphase
- Unzureichende Milchfieberprophylaxe
- Geringes Hygieneniveau im Zeitraum um die Kalbung
- Verspätetes Reagieren auf verminderte Futteraufnahme sowie
- Einschränkungen des Verhaltens und Stress

Ein erfolgreiches Herdenmanagement ist durch permanente Optimierung und Kontrolle von Haltung, Ernährung und Tierbetreuung im Zeitraum um die Kalbung und in der Frühlaktation gekennzeichnet.